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Prävention digital leben

: TEKA


Mit seiner Innovationsstrategie Industrie 4.0 will Teka zeigen, dass die digitale Revolution auch im Mittelstand gelingen kann und wettbewerbsfähige Produkte hervor bringt, die auch in kleinen Unternehmen Anwendung finden. So konnte das Unternehmen im vergangenen Jahr Umsatzzuwächse vor allem für seine Airtracker-Produktfamilie verbuchen, die eine im Industrie 4.0-Stil vernetzte digitale Prävention am Arbeitsplatz möglich macht. Zudem engagiert sich Teka seit 2017 aktiv im Verband IF4.0 Industry Business Network 4.0 mit dem Ziel, gemeinsam mit Marktpartnern einheitliche Standards zu entwickeln, die vernetzt agierende Anlagen noch wettbewerbsfähiger machen. Grund genug, um mit Erwin Telöken, Geschäftsführer Teka, über den digitalen Wandel und seine Chancen zu sprechen.

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Industrieunternehmen aus dem zentraleuropäischen Raum erwächst in Asien und zunehmend auch in Südamerika starke Konkurrenz, die mittelfristig ihre internationale Wettbewerbsposition gefährden kann. Unternehmen, etwa aus China, steigern ihre Produktivität und Innovationskraft, zugleich beschleunigen sich die Innovationskreisläufe in vielen Technologiefeldern, und die Märkte werden volatiler. Stimmt das oder stimmt es nicht?

Genau deshalb ist es umso wichtiger für den Mittelstand, auf die sich verändernden Bedingungen globaler Märkte zu reagieren. Immer kürzere Produktions- und Arbeitsprozesse und der zunehmende Verdrängungswettbewerb sind die Herausforderungen, denen sich der Mittelstand stellen muss. Die Lösungsansätze von Industrie 4.0 erlauben es, Produktionsnetzwerke aufzubauen, die effizient und effektiv zu geringen Kosten produzieren.

Kann Industrie 4.0 Antworten liefern, um auf Herausforderungen wie knappere Rohstoffe, steigende Energiepreise oder das zunehmende Durchschnittsalter der Beschäftigten Antworten zu finden?

Industrie 4.0 liefert uns vielschichtige Antworten auf diverse Herausforderungen, auch wenn sich diese nicht immer gleich erschließen. Die Verfügbarkeit von Informationen in Echtzeit durch die Vernetzung aller Beteiligten im gesamten Prozess führt zu besser genutzten Ressourcen und optimalen Produktionsabläufen. Dabei bleibt der Mensch Mensch. Menschen werden auch zukünftig die entscheidenden Treiber sein, wenn es darum geht, Innovationen zu schaffen, Produkte und
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Teka-Geschäftsführer Erwin Telöken und Jürgen Kemper-

Teka-Geschäftsführer Erwin Telöken und Jürgen Kemper-

Dienstleistungen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Viele Industriezweige verjüngen sich. Mit Industrie 4.0 ist es möglich, viele Beschäftigte ihrer Befähigung und Ausbildung entsprechend einzusetzen. Neue Industriezweige werden entstehen, Service und Flexibilität werden steigen.

Ist Industrie 4.0 eher Fluch oder Segen, um durch flexiblere Wertschöpfungsprozesse und –netzwerke Wettbewerbsvorteile zu heben?

Die grundlegende Veränderung liegt in der Art und Weise, wie diese Produkte und Dienstleistungen zukünftig produziert und umgesetzt werden. Natürlich hat jeder seine Sichtweise, ob dies eher Fluch oder eher Segen bedeutet. Klar ist jedoch: Der moderne Betrieb kommt um diesen Segen der Industriealisierung nicht herum. Die Stärke liegt in Informationen, modernen Kommunikationstechnologien, optimierter Produktions- und moderner Arbeitsplatzgestaltung sowie geschulten Mitarbeitern. Konkret bedeutet das für Unternehmen, sich individueller und schneller auf Kundenwünsche einstellen zu können sowie eine hohe Produktivität von z. B. Stückzahl ab 1 zu Preisen einer Massenproduktion.

Wo und wie sollten sich mittelständische, metallverarbeitende Unternehmen aufstellen, um sich auf Industrie 4.0 vorzubereiten?

„Smart Factories“ heißt hier die Zukunft und die betrifft alle Geschäftsbereiche eines Unternehmens, von der Geschäftsleitung, Entwicklungsabteilung, Produktion bis hin zum Service. Für eine weitestgehend selbst organisierte Produktion müssen Abläufe, Verknüpfungen und Optimierungen
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analysiert werden. Der Mittelstand hat hier durchaus seine Chancen. Entwicklungen, so auch bei 4.0, fanden schon immer im Mittelstand ihren Anfang. Es gilt den Einzelkämpfer-Modus zurückzustellen. Gerade auch die Vernetzung mit anderen mittelständischen Firmen kann hier Treiber sein. Auch in kleinen Schritten kann man Industrie 4.0 zum Leben erwecken. Viele Lösungsansätze sind bereits vorhanden. Der Nutzen von Industrie 4.0 entfaltet sich aber erst durch die geschickte Verknüpfung.

Können sich mittelständische Unternehmen notwendige Investitionen in Industrie 4.0-Prozesse überhaupt leisten?

Nun, Stillstand bedeutet Rückschritt. Das ist Chance und (Investitions-)Last zugleich. Wer nicht in die Digitalisierung investiert, kann auf Dauer bei Industrie 4.0 nicht vollwertiger Teilnehmer sein und muss dann zwangsläufig Wettbewerbsnachteile in Kauf nehmen. Um die Kostenbelastung zu reduzieren, sollten Unternehmen den Zugang zu möglichen Förderprogrammen, Zuschüssen und auch speziellen Förderkrediten prüfen.

Fast jeder Arbeitsplatz ist in Zukunft von der Digitalisierung betroffen. Welche Auswirkungen hat das für Mitarbeiter konkret?

Industrie 4.0 nimmt auf keinen Fall das Denken ab – das Gegenteil ist der Fall! Derzeit gibt es so viele Bewerber um Studiengänge wie noch nie. Die Anforderungen an die Berufsausbildung sind so hoch wie noch nie. Es sind und werden noch neue Berufsbilder entstehen. Bei einfachen, wenig erklärungsbedürftigen und modularen Produkten mit einer geringen Komplexität wird der Eingriff durch den Menschen wegfallen. Bei komplexen Anforderungen wird der Eingriff durch einen
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qualifizierten Mitarbeiter notwendig bleiben. Dieser wird mehr Entscheidungen treffen, die den Produktionsablauf betreffen bzw. sogar in den kompletten Produktionskreislauf eingreifen. Es ist ein Wandel, der auch vorteilhaft gestaltbar ist. So wird z. B. durch flexiblere Arbeitszeiten eine Steigerung der Arbeits- und der Lebensqualität der Beschäftigten zugleich möglich. Darüber hinaus werden viele neue Industriezweige entstehen und neue Arbeitsplätze geschaffen. Für einen erfolgreichen Weg zu Industrie 4.0 brauchen wir eine neue Kultur der Weiterbildung und einen fortwährenden Dialog zwischen Industrie, Politik und Gesellschaft, um sich kontinuierlich weiterzuentwickeln und anzupassen.

Welche Herausforderungen ergeben sich für den betrieblichen Arbeitsschutz?

Vorbeugender Arbeitsschutz bleibt wichtig, damit Mitarbeiter dauerhaft gesund bleiben. Doch mit sich ständig weiterentwickelnden Technologien müssen auch die Präventionsmaßnahmen angepasst oder neu entwickelt werden. Der Airtracker zeigt hier einen bahnbrechenden Weg, denn er setzt durch sein sensorisches Kontrollsystem bereits vor der Gefährdung an.

Was bedeutet das für die Gefährdungsbeurteilung am Arbeitsplatz?

Früher hat man die Gefahrenbereiche der Maschinen mit Hilfe von elektronischen oder mechanischen „Zäunen“ gesichert. Dies ist im Zeitalter von Industrie 4.0 nicht mehr ganz so einfach möglich, da Mitarbeiter
und Maschine sowie verschiedenste Logistiksysteme eng verknüpft miteinander arbeiten müssen. Um diese geänderten Abläufe zu realisieren, wird es notwendig sein, bestehende Schutzkonzepte umzubauen. Frühzeitiges Monitoring mit eindeutigen Messwerten durch z. B. den Airtracker hilft hier, rechtzeitig wirksame Präventivmaßnahmen zu ergreifen.

Was ist Ihre Vision von Arbeitsschutz 4.0 im Bereich Absaugtechnik?

Um ein anwendungsgerechtes Sicherheitskonzept entwickeln zu können, reicht es nicht aus, nur die vorhandenen Gefährdungen zu analysieren und abzustellen. Es ist notwendig, einen Blick auf alle Daten zu werfen. Gerade im Bereich der Luftreinhaltung lässt sich die Früherkennung so ausbauen, dass das Risiko einer Gefährdung bzw. Erkrankung fast bei Null liegt. Wir untersuchen und erforschen die Belastungen am Arbeits- und Produktionsplatz ständig und tragen durch den Einsatz von intelligenten Überwachungssystemen sowie innovativen Absaugtechniken vorbeugend zum Schutz der Mitarbeiter bei.

Immer anspruchsvollere Techniken bzw. die Automation der Produktlinien erfordern auch ein anderes Profil der „Zuarbeit“ von Teka als Dienstleister. Eine Absauganlage ist so ein „Zuarbeiter“. Der Kunde wünscht so wenig Stillstand wie möglich durch Wartung, Reparatur oder Störung. Daher ist es wichtig, frühzeitig zu erkennen, wie die einzelnen Parameter aussehen – und durch Sensorik Wartungsaufwände zu minimieren.

Welche Qualifizierungs-/Schulungsangebote bietet Teka für Industrie 4.0-Anwendungen?

Wir bieten besondere Trainingsseminare und viel Praxis-Know-how, wie mit der „neuen“ Technik umzugehen ist. Besonders unsere technischen Produktmanager werden intensiv geschult. Regelmäßige Treffen, um Kundenfragen zu diskutieren und Experten-Workshops zu speziellen
Themen der Absaugtechnik runden unser Angebot ab.

Wie lassen sich durch den Airtracker Wettbewerbsvorteile erzielen oder steigern?

Durch den Airtracker können Anwender gleich mehrere wichtige Vorteile nutzen: So signalisiert die Geschäftsleitung Produktionsmitarbeitern optimalen Präventionsschutz. Erhebliche Energieeinsparungen für große Filteranlagen sind möglich, da diese nur bedarfsgeführt laufen müssen. Der Airtracker kann auch die Reduzierung von CO²-Emmisonen fördern. Gerade dies ist wichtig für Firmen, die ihr Umweltmanagement-System nach ISO 14001 zertifizieren lassen wollen. Modernes Service- und Wartungsmanagement (kürzere Reaktionszeiten, Ersatzteile on Time, geringere Bevorratung) und optimales Monitoring – immer wissen, was wann passiert mit Dokumentations-Möglichkeiten nach dem Gesetz – sowie Multi-Sensorik in einem Gerät vereint, zu einem äußerst attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis runden die Vorteile ab.

Wie sieht sich Teka beim Thema Industrie 4.0 im internationalen Wettbewerb positioniert?

Zurzeit sind wir in der Branche sicher einer der Vorreiter in Sachen Digitalisierung. Wir sind gut gerüstet und werden auch weiterhin in schnellen Entwicklungsschritten neue Ideen nach dem neuesten Stand der (Sensor-) Technik auf den Markt bringen.



Teka-Geschäftsführer Erwin Telöken und Jürgen Kemper-



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Bericht in folgenden Kategorien:
Schweißrauchabsaugung, Absauganlagen

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