Fachverlag x-technik
Leichtbau-Konstruktion der anderen Art

Leichtbau-Konstruktion der anderen Art

Schweißnaht berührungslos gesichert

Schweißnaht berührungslos gesichert

Qualitätsschweißungen in Rekordzeit

Qualitätsschweißungen in Rekordzeit

Die Zukunft stellt die Aufgaben

Die Zukunft stellt die Aufgaben

Ausbildung mit 100 Prozent Einschaltdauer

Ausbildung mit 100 Prozent Einschaltdauer

 
zurückPrint

High Tech und Handarbeit

27.05.2009: Rofin


Seit mehr als 60 Jahren erfüllen die Produkte von Heckler & Koch die anspruchsvollen Anforderungen von internationalen Behörden im Bereich der Handfeuerwaffen. Dabei setzen die Oberndorfer (D) bei der Produktion neben viel Handarbeit auf Lasertechnologie von ROFIN.

8129
Ein Arbeiter bestückt die Anlage mit den zu verschweißenden Magazinschalen welche innerhalb weniger Sekunden miteinander verschweißt werden.

Ein Arbeiter bestückt die Anlage mit den zu verschweißenden Magazinschalen...

Späne. Überall Rollcontainer voller Metallspäne – das ist das Erste, was dem Besucher der Fertigungshallen bei Heckler & Koch im baden-württembergischen Oberndorf auffällt. Es ist kaum überschaubar, wie viele Fräsmaschinen unterschiedlichster Generationen dichtgedrängt in der Fertigungshalle stehen und immerwährend abgefräste Späne in die bereitstehenden Rollcontainer fördern. Auf den zweiten Blick: Kisten. Ringsum verschieden große Kisten, Kästen und Transportgitter mit den unterschiedlichsten Bauteilen, die noch kaum erahnen lassen, welches Endprodukt hier hergestellt wird. Dazwischen auffallend viele Menschen, welche in Handarbeit die Maschinen bestücken und die Bauteile bearbeiten und begutachten. „Wir haben eine sehr hohe Fertigungstiefe von rund 70%“, ruft Michael Vielsack, stellvertretender Leiter der Fertigungssteuerung über den Lärm der Anlagen hinweg und ergänzt: „Da ist Automation schon ein Thema, jedoch haben wir uns in den bisher geprüften Fällen letztendlich doch immer für Handarbeit und damit für die Erfahrung unserer langjährigen Mitarbeiter mit den Maschinen und den Bauteilen entschieden.“

Kennt man die Kunden und das Produkt wird schnell einiges klar: die Anwender sind unter anderem Behörden, denn bei der Heckler & Koch GmbH werden Handfeuerwaffen und Sturmgewehre hergestellt. Leicht müssen sie sein, daher wird gefräst was das Material hergibt. Und robust sowie qualitativ hochwertig müssen sie sein, denn kein Staub, Sand oder Schlamm soll die Funktionsfähigkeit beeinträchtigen.

Blick für neue Fertigungsverfahren

Mit der stetigen Entwicklung neuer Produkte und den sich ändernden Materialien und Anforderungen, haben sich die Oberndorfer immer auch einen guten Blick für neue
Fertigungsverfahren bewahrt. So stehen in einer der Fertigungshallen zwei Festkörperlaser vom Laserspezialisten Rofin und verschweißen neu entwickelte Magazine, die unter anderem im HK416 und auch dem britischen SA80 Sturmgewehr eingesetzt werden. Durch die Neuentwicklung eines hochpräzisen Magazins mit sehr geringen Maßtoleranzen konnte die Zuverlässigkeit der Gewehre auch unter schwierigen Bedingungen wie Staub oder Hitze deutlich verbessert werden. Auch die Haltbarkeit und dadurch die Nutzungsdauer der Magazine konnte maßgeblich gesteigert werden. „Glücklicherweise werden die weitaus meisten Schüsse mit unseren Waffen auf Truppenübungsplätzen abgefeuert. Dabei macht sich die Qualität und die Haltbarkeit unserer lasergeschweißten Magazine schnell bemerkbar“, weiß Michael Vielsack zu berichten. Durch einen genormten Schacht an den Gewehren sind die für das Kaliber 5,56 gefertigten Magazine universell in verschiedenen Produkten einsetzbar und vereinfachen damit die Lagerhaltung bei den Kunden.

Bereits seit dem Jahr 2001 kommt ein lampengepumpter Festkörperlaser aus der CW Baureihe mit 2.500 Watt Ausgangsleistung zum Einsatz. Eine flexible 600 µm Faser verbindet den Laser mit der Arbeitsstation, an der die Magazine in Akkordarbeit miteinander verschweißt werden. Mit dem Erhalt eines neuen Großauftrags war die Kapazität der bestehenden Anlage jedoch nahezu erschöpft, so dass schnell gehandelt werden musste, um die geforderten Mengen weiterhin produzieren zu können. „Uns war klar, dass wir in jedem Fall eine diodengepumpte Laserstrahlquelle auf dem neuesten technologischen Stand haben wollten. Mit der zunehmenden Auslastung der vorhandenen Anlage haben sich aufgrund der begrenzten Lebensdauer der Bogenlampen leider auch die Wartungsintervalle und damit die Ausfallzeiten des Lasers erhöht“, so Vielsack.
Gemeinsam mit Rofin wurde nach einer neuen passenden Lasertechnologie gesucht. Nach Tests im Hamburger Applikationslabor von Rofin war innerhalb weniger Tage klar, dass ein diodengepumpter Scheibenlaser mit 1.500 Watt Ausgangsleistung den Anforderungen nach kürzeren Zykluszeiten, einer verbesserten Nahtqualität sowie einem geringeren Wärmeeintrag entsprach. Auch die von Seiten des Kunden knapp kalkulierten Lieferzeiten konnten von Rofin eingehalten werden, so dass im Januar 2009 der ROFIN DS 015 HQ in Oberndorf angeliefert und installiert werden konnte. Gleich neben dem betagten ROFIN CW 025 positioniert,
wurde nur noch ein neuer Kühler angeschlossen und die bisherige Anlage mit der 300 µm Faser verbunden, bevor die Serienproduktion weitergehen konnte. Innerhalb der letzten fünf Jahre haben mehr als 50.000 lasergeschweißte Magazine das Werk von Heckler & Koch monatlich verlassen.

Laser – das flexible Werkzeug

Für den bewährten, lampengepumpten Laser gibt es trotz der neuen, modernen Strahlquelle gleich nebenan noch viel zu tun. Nun verbunden mit einer anderen Bearbeitungsstation werden unter anderem Pistolenmagazine geschweißt sowie Teile lasergehärtet. Ein wichtiger Punkt ist jedoch, dass mit den freien Kapazitäten die erfahrenen Maschineneinrichter und Fachleute nun wieder die Möglichkeit haben weitere Anwendungsfelder für die Lasertechnologie zu erforschen und zu erschließen. Ganz im Stil von Heckler & Koch: mit viel Handarbeit und High Tech.
Bericht in folgender Kategorie:
Laserstrahlquellen

QR code

Special Blechexpo/Schweisstec 2011

blechexpo_logo(rgb).jpg Das praxisnahe Messeduo BLECHEXPO und SCHWEISSTEC findet seit dem Jahr 2007 in der neuen Landesmesse Stuttgart statt. Die internationale Fachmesse BLECHEXPO konnte sich innerhalb kürzester Frist in Europa eine führende Position erarbeiten und steht heute in der Weltrangliste der Fachmessen für Blechbearbeitung auf Rang 2.
mehr lesen >>

Häufig besuchte Firmenprofile

Newsletter abonnieren