Expertenforum Engspaltschweißen
Wenn es um schweißtechnische Spezialitäten geht, ist Nantes regelmäßig das Ziel von Schweißexperten aus aller Welt. Am 5. und 6. November 2008 folgten wieder 50 Fachleute aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Russland, Ungarn sowie Tschechien der Einladung von Polysoude – diesmal zum „Expertenforum Engspaltschweißen“.

Praxis Teil 1 – Einrichten des Engspalt-Schwert-Brenners am Rohr aus hochwarmfesten P91 (620 mm Durchmesser, Wandstärke 180 mm). (Bilder: Polysoude)
Praxis Teil 1 – Einrichten des Engspalt-Schwert-Brenners am Rohr aus hochwarmfesten...
Der Begriff „700-Grad-Kraftwerk“ ist in aller Munde. Für den Anlagenbau bedeutet dies den Einsatz druckfesterer, dickwandigerer Rohre aus hochwarmfesten Stählen, wie dem P91 und dem Nachfolger P92 (X 10 CrMoVNb 9-1, WKN 1.4903) nach ASTM-Norm (American Sciety for Testing Materials). Wesentliche Qualitätsmerkmale dieser neuen Stahlsorte sind die Werte für hohe Zeitstandsfestigkeit, die uneingeschränkt auch als Maßstab für jede Schweißnaht an diesen Rohren gelten.
Wie moderne, wirtschaftlich und technologisch ausgefeilte automatisierte Schweißtechnik diese Aufgabe bewältigt, bekamen die Gäste im straffen Programm gleich nach Empfang und Werksbesichtigung zu Gesicht: Gefügt wurde ein P91-Rohr von 620 mm Durchmesser und 180 mm Wandstärke mit dem Engspalt-Schwert-Brenner im WIG-Orbital-Schweißverfahren mit Heißdrahtzusatz. Die Fügenähte sind 100 Prozent durchgeschweißt, röntgensicher, und erfüllen höchste Anforderungen an metallurgische und mechanische Gütewerte.
Theorie am Puls der Praxis
Im anschließenden theoretischen Teil gab der Gastgeber und Polysoude-CEO, Hans-Peter Mariner, einen umfassenden Einblick in Voraussetzungen, Möglichkeiten und Grenzen sowie aktuellen Stand des Engspaltschweißens. Danach verkürzt es ab Wandstärken von 60 Millimetern die Schweißzeit gegenüber dem konventionellen WIG-Prozess mit klassischer V-Naht um den Faktor Fünf bis Zehn – es müssen in Summe weniger Lagen geschweißt und dazu weitaus weniger Metallzusatz eingebracht werden; das Zuführen von bereits „vorgeheiztem Schweißzusatz“ (Heißdraht) reduziert die Schweißzeit zusätzlich, ohne mehr Energie in die Schweißung einzubringen. Die Schweißeigenschaften des Grundwerkstoffs entscheiden über das Anwenden des Engspalt-Verfahrens.
Die Wahl, Orbitalschweißen oder Schweißen am drehenden Werkstück, richtet sich nach der Aufgabenstellung. Dabei entscheiden Brennerposition und Verfahrensvariante über die Dicke der einzelnen Schweißraupen und damit über die Produktivität. Bestimmte Legierungen gestatten ausschließlich das Schweißen von Fallnähten, andere nur das von Steignähten. Die Lösung: Schweißköpfe mit symmetrischen Drahtzuführungen vor und hinter dem Brenner, zum Schweißen in beide Richtungen.
Im zurückliegenden Geschäftsjahr bestückte Polysoude allein den Kesselbau in Kraftwerken weltweit mit mehr als 30 Rundnaht-Schweißsystemen zum automatisierten WIG-Fügen und mehreren hundert Orbital-Schweißanlagen.
Special Blechexpo/Schweisstec 2011
Das praxisnahe Messeduo BLECHEXPO und SCHWEISSTEC findet seit dem Jahr 2007 in der neuen Landesmesse Stuttgart statt. Die internationale Fachmesse BLECHEXPO konnte sich innerhalb kürzester Frist in Europa eine führende Position erarbeiten und steht heute in der Weltrangliste der Fachmessen für Blechbearbeitung auf Rang 2.
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