Mit Fülldrahtelektroden noch effizienter
Das Schweißen mit Fülldrahtelektroden ist ein fixer Bestandteil bei Konstruktionen mit unlegierten Stählen. Das Einsatzgebiet reicht von typischen Stahlkonstruktionen in den verschiedensten Industrien oder spezielle Anwendungen im Schiffbau für Dünnbleche in Positionsschweißung bis hin zu dickwandigen Bauteilen im Druckbehälterbau.

Dickwandige Bleche – geschweißt mit BÖHLER Ti 52-FD.
Dickwandige Bleche – geschweißt mit BÖHLER Ti 52-FD.
Die entscheidenden Vorteile des Fülldrahtes gegenüber dem Massivdraht sind eine höhere Abschmelzleistung sowie eine weitaus höhere Schweißgeschwindigkeit. Daraus resultierend ist es möglich, eine mehr als doppelt so lange Schweißnaht in der gleichen Zeit zu schweißen. Auch das MAG-Schweißverfahren kann mit Fülldrahtelektroden noch effizienter eingesetzt werden.
Neu bei BÖHLER WELDING erhältlich sind die rutilen Fülldrahtelektroden Ti 52-FD und der Ti 52 W-FD, der speziell für den Schiffbau für die Verschweißung dünnwandiger innen liegende Bleche konzipiert wurde. In Kürze sind auch Metallpulverdrähte zu haben.
Generelle Vorteile
Fülldrähte haben im Vergleich zu Massivdrähten einen breiteren Lichtbogen. Sie arbeiten dadurch mit sehr sicherem Einbrand. Die Gefahr von Bindefehlern bei auftretender Brennerversetzung ist minimal. Der Sprühlichtbogen mit seinen charakteristischen Vorteilen der ruhigen und spritzerfreien Schweißung wird bereits ab ca. 125 A, 22 V (ø 1,2 mm, Mischgas Ar/CO2) bzw. sogar bereits ab ca. 100 A, 23 V mit Drahtdurchmesser 0,9 mm erreicht.
Die Einstellung der Schweißparameter ist einfach. Unbeabsichtigte Veränderungen des Arbeitspunktes durch den Schweißer werden laut BÖHLER ohne Qualitätsverlust toleriert. Daraus resultieren ein hohes Qualitätsniveau sowie verbesserte Sicherheit gegenüber Schweißnahtfehler bzw. deren Reparaturschweißung in der Praxis. „BÖHLER Fülldrähte erzielen eine Nahtoptik, wie sie sonst nur von unseren umhüllten Schönschweißelektroden erreicht wird. Das Werkstück ist frei von Schweißspritzern, das Schweißgut porenfrei. Die Nahtoberflächen sind glatt und sauber, die Nahtübergänge kerbfrei“, meint der Produktmanager von BÖHLER WELDING. Die selbstlösende Schlacke verhindert das Oxidieren der Naht weitgehend, wodurch sich auch der Beiz- und Polieraufwand deutlich reduziert.
Ein Kostenvergleich lohnt sich
Die MAG-Schweißung mittels Fülldrahtelektroden zählt neben der UP-Schweißung zu den produktivsten Verfahren der Schweißtechnik. Die Begründung liegt in der hohen Stromdichte (A/mm2), da der Stromübergang fast ausschließlich über den dünnen Rohrmantel erfolgt. Dies führt zum rascheren Abschmelzen der Drahtelektrode und somit zu hoher Leistung. Der daraus resultierende Zeitgewinn beeinflusst das wesentlichste Kostenelement der Gesamtkalkulation, die Lohnkosten vorteilhaft. „Auch wenn Massivdrähte, und zum Teil auch Stabelektroden, weniger kosten als Fülldrähte, geht die Rechnung der Herstellungskosten fertig geschweißter Nähte einschließlich Nacharbeit, wie z.B. der Reinigungs- und Beizaufwand, meist zugunsten des Fülldrahtes auf“, erklärt der Produktmanager von BÖHLER WELDING.
Preisgünstige Schutzgase
Schlackeführende Rutilfülldrähte werden vorzugsweise mit den handelsüblichen Schutzgasen Argon + 15-25 % CO2 verschweißt. Die Lichtbogenstabilität, der feintropfige, spritzerfreie Tropfenübergang sowie der sichere Einbrand werden damit sehr positiv beeinflusst. Eine aus Korrosionsgründen unakzeptable Aufkohlung des Schweißgutes oder ein Abbrand von z.B. Chrom findet selbst bei Verwendung von 100 Prozent CO2 durch die vollständige Schlackenumhüllung jedes einzelnen im Lichtbogen übergehenden Werkstofftropfens nicht statt. Die Kostenvorteile für den Anwender resultieren aus dem geringeren Gaspreis und dem geringeren Gasverbrauch durch kürzere Schweißzeiten. Bei zentraler Gasversorgung können darüber hinaus meist
zusätzliche Kostenvorteile genutzt werden.
Special Blechexpo/Schweisstec 2011
Das praxisnahe Messeduo BLECHEXPO und SCHWEISSTEC findet seit dem Jahr 2007 in der neuen Landesmesse Stuttgart statt. Die internationale Fachmesse BLECHEXPO konnte sich innerhalb kürzester Frist in Europa eine führende Position erarbeiten und steht heute in der Weltrangliste der Fachmessen für Blechbearbeitung auf Rang 2.
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