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Blechverbindungen der extremen Art

: Tox Pressotechnik


TOX-Rund-Punkt-Blechverbindungen an Edelstahl-Gehäusen bestehen 2,3 g-Rütteltest nach Lloyds-Abnahmevorschriften für Offshore-Lichtsysteme und lösen fertigungstechnische Herausforderungen.

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TOX-Fügeprozess bis zur fertigen Verbindung: Einsenken (1a) – Hinterfließen des stempelseitigen Bleches (1b) – Fertige TOX-Verbindung (1c).

TOX-Fügeprozess bis zur fertigen Verbindung: Einsenken (1a) – Hinterfließen...

Mit dem TOX-Rund-Punkt-Verfahren lassen sich durch einfaches Umformen zwei oder auch mehrere, gleich dünne oder gleich dicke, verschieden dicke, beschichtete, lackierte oder auch galvanisch behandelte Bleche rationell und sicher verbinden. Außerdem können Bleche gleicher oder unterschiedlicher Werkstoffe verbunden werden, und es ist auch möglich, Bleche z. B. mit Folien-Zwischenlagen oder mit Dicht- und Dämmstoff-Zwischenlagen dicht und unlösbar miteinander zu verbinden. Die TOX-Rund-Punkt-Verbindungen sind zudem auch in sicherheits- und in crash-relevanten Fahrzeugbau-Teilen zu finden und entsprechen den Anforderungen und Vorschriften.

Von diesen konstruktiven sowie den weitergehenden, fertigungstechnischen Vorteilen (teil- oder vollautomatisches Clinchen von Blechen ohne Vorbohren etc.) ließ sich auch der Spezialist für Marine & Offshore Lighting, die Firma aqua signal in Bremen, überzeugen, als es um verbindungstechnische Lösungen im Bereich Leuchtengehäuse aus Edelstahl ging.

Hohe Hürden für Blechverbindungen

aqua signal gehört zur international agierenden Glamox-Gruppe aus Norwegen, die sich mit Licht-/Beleuchtungslösungen im Segment Global Marine & Offshore sowie Professional Building Solutions beschäftigt. Bei aqua signal liegt der Schwerpunkt auf Spezialleuchten und Lichtsystemen für maritime Anforderungen, sowohl Kommunikation und Sicherheit als auch Komfort und Unterhaltung betreffend. Im Werk Bremen sind u. a. Technik, Produktion, Qualitätsmanagement sowie der Technical Support und die Logistik angesiedelt. In der Produktpalette
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„Commercial & Navy“ gibt es z. B. Strahler und Leuchten – Strahler für explosionsgefährdete Bereiche, Leuchten für Technik- und Außenanwendungen sowie für Wohn- und Innenbereiche.

Im vorliegenden Fall ging es um Leuchten für Technik- und Außenanwendungen im Offshore-Bereich, die natürlich besonders harten Anforderungen bezüglich Witterungs- und Korrosionsbeständigkeit unterworfen sind – z. B. gegen salzhaltige Luft und Spritzwasser sowie starken Winden und permanenten Vibrationen, ausgehend von beispielsweise Schiffsantrieben. Folgerichtig misst man bei aqua signal der Qualitätssicherung und der Qualitätsprüfung besondere Aufmerksamkeit bei und führt im eigenen Umweltsimulations-Labor alle relevanten Tests durch: sowohl vor, während und nach der Teile-/Gehäuse-Produktion.

Dies geschieht nach höchsten Standards (zertifiziert nach ISO 9001, ATEX, bestätigte GL-Regularien nach Germanischer Lloyd GL) – und die Umweltsimulationstests sind nach IEC 60945 und DIN EN 14744 vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie BSH anerkannt. Folgerichtig musste auch das als Problemlöser zum Verbinden der Edelstahlblech-Gehäuse ausgewählte TOX-Verfahren erst einmal alle diese Tests überstehen, bevor es die interne Zulassung als neues Fertigungsverfahren bekam.

aqua signal orderte von TOX PRESSOTECHNIK mehrere Werkzeugsätze für das TOX-Rund-Punkt-Verfahren – bestehend aus Stempel und Matrize – und baute diese in eigene Setzvorrichtungen ein. Nach dem Verbinden der Gehäuseteile aus Edelstahlblechen wurden Bewitterungs- und Bewässerungs-
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sowie die Rütteltests (erst Resonanzsuche, dann Dauerprüfung in der jew. Resonanzstelle mit 2,3 g) vorgenommen. Die TOX-Rund-Punkt-Verbindungen bestanden alle Prüfungen mit Bravour und konnten auch hinsichtlich der Qualitätsanforderungen – sprich reproduzierbarer Verbindungsqualität und Dichtheit der Verbindungen – voll überzeugen.

Test mit Bravour bestanden

Die Produktion wurde gestartet mit dem Projekt „Blechverbindungen VL Leuchte Baureihe VL 18 und 36 W“, wobei es hier zwei Bauteile aus unterschiedlichen und verschieden dicken Blechen (Gehäuse und Erdungslasche aus St 1203 und St 1203 mit 0,75 mm und 1,0 mm bzw. Gehäuse und Haltebügel aus St 1203 mit 0,75 mm und 1.4401 mit 1,25 mm) durch vier TOX-Rund-Punkte à 6 mm Durchmesser miteinander zu verbinden galt. Auf Grund der sehr guten Testergebnisse sowie der erfolgreichen Anwendung und Einführung, wurde dann beschlossen, das Verfahren so durchgängig wie möglich einzusetzen.

Deshalb werden bei aqua signal heute eine ganze Reihe von Bauteilen und Baugruppen wie Gehäuse, Boden, Halter, Erdungslasche, Haltebügel und Deckel aus Edelstahlblechen mittels TOX-Rund-Punkt-Verbindungen zu VL-Leuchten und Strahlern oder auch zu so genannten Fischereistrahlern gefügt. Insgesamt sind elf verschiedene TOX-Rund-Punkt-Werkzeugsysteme in der Anwendung – davon eines mit Hilfe einer ebenfalls gelieferten TOX-Handzange.

Sämtliche TOX-Rund-Punkt-Verbindungen für die Produkte von aqua signal durchliefen, auf der Basis von Original-Materialien, zunächst im Technikum
von TOX gleich mehrere Versuchsreihen. Diese wurden analysiert, dokumentiert und am Ende die optimierten Prozesse für jedes Bauteil bzw. jede Bauteil-Kombination in TOX-Testberichten festgehalten bzw. garantiert. Damit hat der Kunde die Langzeitgewähr, dass er bei einer fälligen Ersatzbeschaffung von TOX-Werkzeugsets immer die perfekt auf die jeweilige Blechteile-Verbindungsaufgabe abgestimmten Matrizen und Stempel erhält und die Blechverbindungslösungen in reproduzierbarer Qualität herstellen kann.
TOX-Fügeprozess bis zur fertigen Verbindung: Einsenken (1a) – Hinterfließen des stempelseitigen Bleches (1b) – Fertige TOX-Verbindung (1c).
TOX-Rund-Punkt-Werkzeugset – bestehend aus Matrize und Stempel.
Strahler-Gehäuse mit Halter, verbunden mit dem TOX-Rund-Punkt-Verfahren.
Insgesamt sind elf verschiedene TOX-Rund-Punkt-Werkzeugsysteme in der Anwendung – davon eines mit Hilfe der ebenfalls gelieferten TOX-Handzange.


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